Porträt des Künstlers & Designers Björn Weckström

Björn Weckström – ein Porträt des Mitbegründers von Lapponia

 

Björn Weckström: die Erfolgsgeschichte mit Lapponia

Björn Weckström ist Mitbegründer von Lapponia und der wichtigste Designer der weltbekannten Manufaktur aus Finnland. Der 85-Jährige ist eine finnische Design-Ikone und schreibt seit einem halben Jahrhundert Geschichte in neuzeitlichem Schmuckdesign. In den 1960er-Jahren begann der Designer, neue Wege zu gehen. Der Bildhauer in ihm entwarf Schmuck in Form von Miniskulpturen – zeitgemäße Plastiken mit menschlicher Kulisse. Ausdrucksstarke Gebilde mit Charakter. Schmuck, der die raue Landschaft Finnlands widerspiegelte. Verschneite Winterlandschaften in Silber oder matte natürliche Goldnuggets aus Lappland. Schmuck ohne Glanz und „Bling-Bling“, wie Björn Weckström seine Kreationen selbst einmal betitelte.

Die Anfänge Björn Weckströms

Weckström träumte von einer Karriere als Bildhauer. Nach seiner eigenen Einschätzung bot dieser Beruf jedoch Ende der 1950er keine vernünftige Karriereoption. Daher entschied er sich für eine etwas praktischere Ausbildung und besuchte bis 1956 die Goldschmiedeschule in Helsinki. Studienaufenthalte in Europa, den USA, Mexiko und in Fernost folgten.

Während des Studiums traf er auf den Silberschmied und Unternehmer Pekka Anttila. Der Visionär Anttila gründete 1960 das Unternehmen Kruunu-Koru Oy, das später in Lapponia Jewelry umfirmierte. Die Firma fertigte qualitativ hochwertigen klassischen Schmuck, allerdings erkannte Anttila schnell, dass der internationale Schmuckmarkt nach authentischeren Objekten verlangte.

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Björn Weckström in Atelier von Lapponia (um 1960)

Seit ihrer gemeinsamen Zeit an der finnischen Goldschmiedeschule hatte Anttila das Wirken Björn Weckströms mit Interesse verfolgt und war von den ausgefallenen Designs begeistert. So holte der Unternehmer Anttila 1963 den begabten Weckström mit ins Boot. Weckström wurde Unternehmer, Designer und Art Director und gründete schließlich zusammen mit Pekka Anttila die Manufaktur Lapponia.

Gemeinsam schufen sie Schmuck mit besonderem Ausdruck, abseits der ausgetretenen Schmuckwelt-Pfade. Zunächst fand die Schmuckbranche keinen Gefallen an ihren neuen markanten Entwürfen. Ein Kunde brachte es auf den Punkt: „Kommt in 100 Jahren zurück.“ Weckström blieb sich treu und gab seinem inneren Drang als Bildhauer nach und kreierte skulpturale Schmuckdesigns in Gold und Silber.

Erste internationale Erfolge Weckströms mit Lapponia

Der Designer und Künstler Weckström entwarf Schmuck nach seinem eigenen Geschmack. Er gab in Lappland gefundenen Goldnuggets ein eigenes Gesicht. Er verzichtete auf den kalten, künstlichen Glanz der Oberflächen und betonte den natürlichen, matten und warmen Goldschimmer der Nuggets.

Die markante Halskette „Flowering Wall“ setzte er ähnlich in Szene. Mit seiner eigenen Art Gold zu präsentierten, sprengte Weckström die Fesseln traditionellen Schmuckdesigns. Die „Blütenwand“ aus Gelbgold bestückt mit Turmalinen gewann 1965 den Grand Prix beim internationalen Schmuckwettbewerb in Rio de Janeiro. Damit schaffte Lapponia den Durchbruch und erhielt weltweit Anerkennung für die einzigartigen skulpturalen Entwürfe.

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Halskette Flowering Wall von Björn Weckström

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Björn Weckström (rechts) mit Pekka Anttila (mitte) bei der Preisübergabe in Rio de Janeiro

Weckströms Ideenreichtum ging weit über seinen persönlichen Ansatz der Goldverarbeitung hinaus. Er begann unterschiedliche Materialien miteinander zu kombinieren, Werkstoffe, die im traditionellen Schmuckdesign keinen Platz nebeneinander fanden. Als Erster entwarf er Schmuck aus Silber und Acryl. Billiger Kunststoff und Edelmetall?

Berühmtheit erlangte sein Ring „Petrified Lake“. Ex-Beatle John Lennon und seine Frau Yoko Ono, die den Ring trug, traten 1975 in einer Dick Cavett Show auf. Mehrere Nahaufnahmen sorgten für Publicity und die Nachfrage nach Schmuck aus Silber und Acryl stieg. Heute gilt der Skulpteur und Schmuckdesigner mit seinen Silber-Acryl-Entwürfen als Pionier modernen Schmuckdesigns.

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Ring Petrified Lake von Björn Weckström (1971)

Einen Höhepunkt in Lapponias Erfolgsgeschichte ist der Film Star Wars von George Lucas. Bereits 1969, inspiriert von der ersten Mondlandung, entwarf der Lapponia-Gründer die weltbekannte Halskette „Planetoid Valleys“. Auf der Suche nach passendem Weltraumschmuck stieß George Lucas auf die Planetentäler-Kette samt Armreif. 1977 trug Carrie Fisher, als Prinzessin Leia in der ersten Episode der Star-Wars-Trilogie, das Halsband. Damit erlangte das Kultstück Weltruf.

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Carrie Fisher als Princess Leia mit Collier Planetoid Volleys (Copyright: The Walt Disney Company / Lapponia)

Meilensteine der Karriere Björn Weckströms

Der Gründer von Lapponia erhielt 1979 eine Einladung der Universität von Pisa, als Dozent zu wirken. Dies sorgte in Weckströms Leben für eine einschneidende Wende. Damit verbrachte er die nächsten 30 Jahre mehrheitlich in Italien. Inspiriert durch die griechischen Bronzestatuen von Riace aus dem 5. Jahrhunderts v. Chr. widmete sich Weckström vermehrt der Bildhauerei.

Seine Formensprache reicht von abstrakten Formen hin zu seiner eigenen Auslegung von Realismus. Die Neuinterpretation der klassischen griechischen Mythologie stand im Mittelpunkt seiner Bronzeentwürfe. Er transferierte die Vergangenheit in die Gegenwart und thematisierte die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, so sein Entwurf „Centauro II“ von 1995, der den griechischen Zentaur-Pferdmenschen auf dem Motorrad darstellt.

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Skulptur Centauro II von Björn Weckström (1995)

Verschiedene Plastiken aus Bronze, Marmor, Glas und Acrylharz sowie in verblüffendem Materialmix entstanden. Öffentliche Aufträge folgten. Zahlreiche Großskulpturen Weckströms zieren Plätze in Helsinki, so „Fazer's rooster" von 1991 und von 1995 „The whistling resident of Helsinki“.
Die Werke Weckströms fanden in zahlreichen Museen ihren Platz, diverse Ehrungen folgten und in mehr als 60 Ausstellungen rund um den Globus konnten Besucher seine Kunstwerke bestaunen. 1986 erhielt Björn Weckström den Titel eines Professors verliehen.

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 Skulptur Whistling Helsinki Resident von Björn Weckström (1995)

Von Björn Weckström gestaltete Schmuckstücke

In den langen Jahren seines Wirkens entwarf Björn Weckström für Lapponia zahlreiche Halsketten, Ringe sowie Armschmuck und Ohrschmuck in Gold oder Silber. Der Lapponia Herzanhänger in 585er Gelbgold trägt die eindeutige Handschrift des Designers. Die naturbelassene Oberfläche und polierten Kanten geben seine Art Gold zu bearbeiten wieder.

Die ausdrucksstarken Ohrstecker „Mininugget“ entsprechen Weckströms Vorstellung von Goldfinish. Fast naturbelassen sitzen die Nuggets aus Lappland am Ohr – skulptural auffallend, in Weckströms unverwechselbarer Form. Der Ohrschmuck Galactic Wind erinnert an die Weltraumhype Ende der 60er und anfangs der 70er-Jahre, als die ersten Menschen auf dem Mond landeten. Die Weite der Galaxis umspielt markant das Ohr. Der Entwurf entstand vor fast 50 Jahren und erlebte inzwischen ein Revival.

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Lapponia Ohrschmuck Galactic Wind von Björn Weckström

Gondas Maske sitzt auffallend am Ringfinger. Die Goldschmiede der Lapponia Manufaktur fertigten den ausgefallenen Ring aus Sterlingsilber in liebevoller Handarbeit. Trotz seiner Größe sitzt der skulpturale Ring bequem an der Hand.

Eine besondere Ikone bildet die Armspange Darina aus edlem 925er Silber. Den schlichten Armreif trug bereits Prinzessin Leia 1977 im Film „Krieg der Sterne“ von George Lucas. Die elegante und dezente Armspange passte perfekt zur Kette „Planetoid Valleys“.

Weckström inspirierten nicht nur die verschneiten finnischen Winterlandschaften, sondern auch der Nil. Die mächtigen Blätter des Papyrus gaben den Ausschlag für die Nil-Kollektion. Aus 925er Sterlingsilber empfand Weckström die wellenartige Oberflächenstruktur der alten Uferpflanze nach. Das wunderschöne Collier Nile sitzt perfekt am Hals und sticht durch seine Größe ins Auge.

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Lapponia Collier Nile von Björn Weckström

Der Künstler Björn Weckström & Lapponia heute

Weckström lebt in Espoo in Finnland. Dort sitzt er auf einem von ihm entworfenen Sofa, lebt im selbst gestalteten Haus und blickt auf einen Garten, gefüllt mit seinen eigenen Skulpturen. Seine Liebe zu Italien ist ungebrochen, so reist er noch mehrmals im Jahr in seine zweite Wahlheimat.

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Björn Weckström in seinem Haus in Espoo (Copyright: apu.fi)

Wie kein anderer Schmuckdesigner hat der charismatische Weckström den Schmuck von Lapponia in über einem halben Jahrhundert geprägt. Als Bildhauer brachte er Kunst in die Schmuckgestaltung mit ein, und prägte Schmuckdesign als eigenständige Kunstgattung. Wie seine Skulpturen formt Weckström seine Schmuckwerke zunächst dreidimensional in Gips.

Inzwischen verpflichtete der Designer und Künstler zahlreiche internationale Kunstschaffende, Schmuckkollektionen für Lapponia zu entwerfen. Kunst vereint mit der Geschicklichkeit finnischer Gold- und Silberschmiede, von Hand gefertigt in höchster Qualität, lautet nach wie vor die Firmenphilosophie.

Der Mitgründer von Lapponia arbeitet noch heute als Designer. Er besitzt sowohl in Finnland wie in Italien ein Atelier. Im Februar feierte er seinen 85. Geburtstag. Ihm zu Ehren legte Lapponia drei seiner Silber-Acryl-Kreationen in limitierter Auflage neu auf. So der Ring Petrified Lake von 1971, den Yoko Ono, die Frau des Ex-Beatles John Lennon, trug, die Halskette Creature no 5 und die Ohrringe Sorgente aus den späten 1980er-Jahren.

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Ring Petrified Lake, Halskette Creature No 5, Ohrschmuck Sorgente

Copyright Fotos: Björn Weckström / Lapponia

 

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